Wer war Pestalozzi und was hat er eigentlich getan?
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Johann Heinrich Pestalozzi Den Schwerpunkt der Erziehung legte Pestalozzi auf die Ausbildung von sozialen Fähigkeiten. Recht von Unrecht unterscheiden zu können, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, dies waren und sind Hauptmerkmale der Pestalozzi-Pädagogik. Daneben wollte er seine Schüler in die Lage versetzen, ihr Leben zu meistern. Dazu dient ein ganzheitlicher Unterricht, der sowohl den Kopf (“das Geistige”), das Herz (“das Sittliche”) als auch die Hand (“das Werktätige”) anspricht. Herzensbildung war für den Schweizer eine der zentralen Voraussetzungen, das Miteinander in der Gesellschaft zu verbessern und humaner zu gestalten. Auch in der Gegenwart gewinnen diese so genannten sozialen Kompetenzen wieder verstärkt an Bedeutung. “Emotionale Intelligenz” etwa zählt heute zu den Schlüsselqualifikationen der Berufswelt des 21. Jahrhunderts.
Leben und Wirken |
| 1746 | Johann Heinrich Pestalozzi erblickt am 12. Janur in Zürich das Licht der Welt. Er ist Sohn des Chirurgen Johann Baptist Pestalozzi und dessen Frau Susanne Hotz. |
| 1751 | In diesem Jahr stirbt sein Vater. Johann Heinrich besucht die Elementarschule. |
| 1754 | Er besucht die weiterführenden Schulen Schola Abbatissana, Schola Carolina und das Collegium humanitatis. |
| 1763 | Beginnt er sein Studium in Theologie und Rechtswissenschaft in Zürich. Pestalozzi ist fasziniert vom Philosophen Jean-Jacques Rousseau, insbesondere von seiner pädagogischen Theorie. |
| 1767 | In diesem Jahr bricht er sein Studium ab, da er Bauer werden möchte. Daraufhin beginnt er eine landwirtschaftliche Lehre im Kanton Bern, wo er den Obst- und Feldbau erlernt. |
| 1769 | Gegen den Widerstand seiner Eltern heiratet er am 30.September Anna Schulthess. Schon jetzt hegte er Ideen von einer Verknüpfung von Landwirtschaft und Erziehung. |
| 1770 | Sein Sohn Hans Jakob wird geboren. |
| 1775 | Auf dem Gut Neuhof im Aargau, den er seit drei Jahren mehr schlecht als recht bewirtschaftet, richtet Pestalozzi eine Armenanstalt ein. |
| 1780 | Die Armenanstalt kann wirtschaftlich nicht mehr aufrecht erhalten werden. |
| 1781 | Er schreibt seinen ersten pädagogischen Roman. |
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Pädagogik mit Kopf, Herz und Hand
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| 1798 | Von Dezember 1798 bis Juni 1799 leitet Pestalozzi ein Waisen- und Armenhaus in Stans. Dabei hat er zuammen mit einer Magd 80 Kinder zu betreuen. Er opfert sich völlig auf und verfasst den "Stanser Brief" in dem seine "Kopf, Hand und Herz"-Pädagogik beschrieben wird. |
| 1799 | Im Alter von 53 Jahren fasst Pestalozzi den Entschluss, Lehrer zu werden. Er überzeugt die Behörden von seinen Fähigkeiten und unterrichtet erfolgreich nach seiner eigenen Pädagogik. |
| 1801 | Am 15. August stirbt Pestalozzis Sohn, welcher an Epilepsie litt. |
| 1804 | Er gründet im Schloss Yverdon in Waadt ein Erziehungsinstitut. Im Schloss selbst werden die Jungen unterrichtet, die Mädchen im Nebengebäude. Er feiert große Erfolge und kann stets auf die Unterstützung seiner Gattin hoffen, welche mittlerweile stark angeschlagen ist. |
| 1815 | Tod von Pestalozzis Frau Anna. |
| 1825 | Pestalozzi gibt das Institut auf und kehrt nach Neuhof zurück. |
| 1827 | Am 17. Februar stirbt der Pädagoge in Brugg. |
Literatur:
Kuhlemann, Gerhard/ Brühlmeier Arthur: Basiswissen Pädagogik. Historische Pädagogik 2. Johann Heinrich Pestalozzi. Hohengehren 2002;
Liedtke, Max: Pestalozzi. Reinbek bei Hamburg, 1968



